Halal im Alltag: Wie religiöse Normen im Konsum praktisch gelebt werden

Was bedeutet es, in Deutschland nach islamischen Speisevorschriften zu leben? Wie treffen muslimische Verbraucher*innen täglich Entscheidungen zwischen religiösen Geboten, pragmatischen Anforderungen und sozialen Erwartungen – und das in einer Umgebung, in der Halal-zertifizierte Produkte längst nicht überall selbstverständlich sind?

Diesen vielschichtigen Fragen widmet sich die Veranstaltung „Halal im Alltag“ mit der islamische Theologin Dilara S. Faslak. Im Fokus steht nicht allein das theoretische Regelwerk islamischer Speisevorschriften, sondern vor allem die gelebte Praxis: Wie navigieren Muslim*innen zwischen Supermarktregalen, Imbissbuden und Restaurantkarten? Wie gehen sie mit Unsicherheiten um, wenn Herstellerangaben unklar sind oder Zertifikate fehlen? Und welche Rolle spielen Familie, soziales Umfeld, Peergroup oder die eigene Biografie bei der Frage, was als „erlaubt“ gilt?

Die Referentin zeigt aber auch, dass es längst nicht nur um die reine Unterscheidung von halal (erlaubt) und haram (verboten) geht. Darüber hinaus können Fragen der Herkunft, der Tierhaltung, der Nachhaltigkeit oder der sozialen Verantwortung in die eigene Konsumentscheidung einbezogen werden – ein Phänomen, das religiöse und ethische Dimensionen auf neue Weise miteinander verschränkt. Zugleich wird deutlich, dass Halal-Konsum kein statisches Modell ist, sondern ein dynamischer, von individuellen Lebenslagen, Bildungswegen und urbanen wie ländlichen Kontexten geprägter Prozess. (Eine soziologisch-empirische Aussage… Wie könnte man die Aussage anders formulieren?)

 

Zur Referentin:

Dilara S. Faslak ist islamische Theologin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit islamrechtlichen und verbraucherbezogenen Fragen rund um Halal-Lebensmittel. Sie ist Autorin des ‚Halal Lexikons‘ und greift in ihrem Halal-Blog praxisbezogene Fragen muslimischer Verbraucherinnen und Verbraucher auf. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der muslimischen Community für eine fundierte Verbraucheraufklärung. Ihr Anliegen ist es, muslimischen Konsument*innen Orientierung zu bieten – und zwar in einer Weise, die weder in starren Regelkatalogen verharrt noch in Beliebigkeit verfällt, sondern die gelebte Praxis in der pluralen Gesellschaft ernst nimmt.

Zielgruppen:

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die ein vertieftes Verständnis für die gelebte Religionspraxis von Muslim*innen in Deutschland gewinnen möchten – sei es aus persönlichem Interesse, im beruflichen Kontext oder als Beitrag zur interkulturellen und interreligiösen Verständigung. Dilara S. Faslak verbindet theologische Fachkenntnis mit einem Blick für die praktischen Herausforderungen des Alltags und lädt zur Diskussion ein.

 

18:00 - 18:10

Begrüßung

18:10 - 19:30

Vortrag

  • Vom Regelwerk zur Lebenswirklichkeit: Wie werden islamische Speisegebote im Supermarkt, beim Restaurantbesuch oder im Freundeskreis konkret angewandt? Welche Rolle spielen Alltagspragmatik und neue Lebensbedingungen – etwa im Studium oder Beruf?
  • Halal-Zertifizierungen und Konsumkompetenz: Welche Standards und „Gütesiegel“ gibt es und wie können Verbraucherinnen und Verbraucher deren Aussagekraft einschätzen?
  • Aushandlungsprozesse in der Migrationsgesellschaft: Wie positionieren sich muslimische Konsument*innen zwischen familiären Erwartungen, unterschiedlichen islamrechtlichen Positionen und den Bedingungen einer religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaft?
  • Praxisbeispiele und konkrete Fragen: Was ist mit Gelatine, Lab, E-Nummern oder alkoholfreien Getränken? Die Referentin gibt Orientierung zu alltäglichen Verbraucherfragen und zeigt unterschiedliche islamrechtliche Bewertungsperspektiven auf.

Dilara S. Faslak Dilara S. Faslak
19:30 - 20:00

Fragerunde

Teilnehmer können ihre Fragen stellen.

  • Datum: 17.11.26
  • Zeit: 18:00 - 20:00 (Europe/Berlin)
  • Ort: Online

Tickets

Frei

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